ProfNetL ist ein Ort des Austauschs und der Vernetzung von Lehrkräftebildner:innen. Dabei arbeiten wir gemeinsam an aktuellen und relevanten Themen der Lehrkräftebildung.
Lehrkräftebildner:innen an Hochschulen haben unterschiedliche Arbeitsschwerpunkte und Erfahrungen. Sie sind Expert:innen darin, verschiedene Perspektiven (z. B. wissenschaftliche und bildungspolitische Diskurse, Anforderungen einer sich wandelnden Berufspraxis, rechtliche Vorgaben oder die hochschulinterne Mikropolitik) zusammenzudenken und zur Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung zu nutzen.
Dabei können wir viel voneinander lernen. Wer von uns kennt das nicht? Erst sehr spät stellt man – und oftmals nur zufällig – fest, dass Kolleg:innen anderer Hochschulen an ähnlichen Herausforderungen arbeiten und bereits Lösungen erarbeitet haben. ProfNetL möchte Lehrkräftebildner:innen zusammenbringen und vernetzen, um ein voneinander Lernen weniger zufällig zu machen. ProfNetL bietet hierfür eine niedrigschwellige Plattform.
Denn unterschiedliche Bedarfe, zeitliche Ressourcen und Interessen erfordern unterschiedliche Formate. Deshalb kann ProfNetL eine Infrastruktur für ganz unterschiedliche Formen des Austauschs und des Zusammenkommens sein: von einzelnen Terminen zu einem aktuellen Thema (z. B. bei aktuellen Stellungnahmen der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission) bis hin zu einem andauernden Austausch über viele Jahre hinweg (wie er z. B. in Form des Bundeskongresses der Zentren und Schools institutionalisiert ist).
Schwerpunkte der Vereinsarbeit
ProfNetL lebt durch seine Mitglieder und deren Expertise. Sie füllen die folgenden Schwerpunkte der Vereinsarbeit in flexiblen und themenbezogenen Vernetzungs- und Arbeitsformaten mit Leben, für die der Verein den strukturellen Rahmen sichert:
- Professionalisierung der Vereinsmitglieder durch Auf- und Ausbau von Professionswissen für Mitarbeiter:innen in Querstrukturen (z. B. in der Curriculumsentwicklung oder in Fortbildungen für Mitarbeiter:innen in Querstrukturen der Lehrkräftebildung)
- Stärkung und Erhöhung der Sichtbarkeit von Querstrukturen in der Lehrkräftebildung (z. B. durch die Erarbeitung von Standards und Aufgabenprofilen)
- Gegenseitige Beratung und niedrigschwelliger Austausch (z. B. in kollegialer Fallberatung)
- Austausch und Vernetzung zur Gestaltung der Curricula in der Lehrkräftebildung (z. B. Praxisphasen; Querschnittsaufgaben wie Demokratiebildung, Digitalisierung und deren Implementierung)
- Austausch und Vernetzung zu aktuellen Themen (z. B. die Gewinnung von Lehrkräften, studentische Vertretungstätigkeiten)
Vernetzen und Zusammenkommen: bereits bestehende Netzwerke
Folgende Beispiele verdeutlichen einige Möglichkeiten, sich in ProfNetL zu engagieren und zu vernetzen. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert. Gerne nehmen wir bestehende Netzwerke der Lehrkräftebildung in die Liste auf. Schreibt uns dafür gerne an (info@profnetl.de). Die unten genannten Kolleg:innen freuen sich immer über neue Mitwirkende!
Austausch zum Umgang mit studentischen Erwerbstätigkeiten an Schulen (Ina Biederbeck, Flensburg und André Brandhorst, Bielefeld)
Die Diskussionen um studentische Erwerbstätigkeiten an Schulen sind komplex und vielfältig: Zum einen kann eine unbegleitete Erwerbstätigkeit an Schulen in vielerlei Hinsicht grundlegend kritisch gesehen werden. Zum anderen ist die studentische Erwerbstätigkeit an Schulen längst Realität. Für die Hochschulen stellen sich vielfältige Aufgaben, die von der Anfertigung grundlegender Forschungsarbeiten zur studentischen Erwerbstätigkeit über ein Ringen um Qualitätsstandards der Tätigkeit – oftmals in Kooperation mit der Ausbildungsregion – bis hin zur Schaffung und Erprobung begleitender Formate reichen.
Ebenso vielfältig wie diese Aufgaben sind die zugrunde liegenden Perspektiven auf das Phänomen: So kann die Erwerbstätigkeit von Studierenden an Schulen sowohl als Folge einer aktuell mangelnden Versorgung mit Lehrkräften als auch als Brennglas grundsätzlicher Herausforderungen der Lehrkräftebildung betrachtet werden. Auf dem Bundeskongress 2025 wurde im Rahmen einer Netzwerkstatt erstmals ein Austausch angeboten, der in weiteren digitalen Treffen fortgesetzt wurde. Leitend ist die Haltung, sich nicht einseitig auf eine Lesart studentischer Erwerbstätigkeiten festzulegen, sondern unterschiedliche Aufgaben und Perspektiven für den Austausch zu nutzen. So werden in unregelmäßigen Austauschrunden sowohl Forschungsergebnisse als auch konkrete Formate und Handreichungen vorgestellt und diskutiert.